Blaue Nacht
Sieben Wochen von der verrückten Idee bis zu ihrer Umsetzung - und dann war es soweit: Das Blaue Haus öffnete am Samstag, den 28. Mai 2011, seine blauen Türen für Neugierige. Über 1.000 der 140.000 Blaue Nacht-Besucher standen erwartungsvoll in der Schlange vor dem ungewöhnlich blauen Haus, bis sie endlich eingelassen wurden.
Man muss es erlebt haben, um es zu spüren.
Das Haus, in grelles blaues Licht getaucht, wirkt unwirklich. Man muss die kühle Mauer vorsichtig berühren, um zu überprüfen, ob es echt ist – hoffentlich geht die Farbe nicht ab! Einmal durch die blaue Tür geht eine Treppe nach oben, vorbei an der Garderobe mit den kleinen Gummistiefeln alles in blau, natürlich. Das Zimmer im ersten Stock rechts: Das Kinderzimmer, eingerichtet mit liebevollen Details wie dem kleinen Schaukelpferd und dem blauen Radio. Das angrenzende Zimmer, das Schlafzimmer: Ein Bett, ein Kleiderschrank, geordnetes Chaos, die Bewohner des Blauen Hauses haben sich anscheinend ausgetobt. Der Betrachter, fasziniert und erschlagen zugleich, geflasht vom blauen Licht, der blauen Monotonie der Möbel. Im Haus ist es stickig, die Scheinwerfer heizen die engen Räume auf, und es schwebt ein Duft durch die Mauern – "blau". Über die hölzernen Treppenstufen geht es weiter nach oben – der Fernseher läuft und sendet reales Programm, in blau. Eine Frau sitzt im Sessel davor, sie ist von oben bis unten blau, stört sich nicht an den vielen Schaulustigen – sie wirkt ein bisschen wie ein Avatar aus dem gleichnamigen Film. Ob es wohl noch mehr Hausbewohner gibt? Die Küche nebenan ist jedenfalls verlassen, außer ein paar Besuchern, die begierig auf das in blaue Farbe getauchte Essen schauen. Eine Ananas, ein Bund Spargel und sogar die Brotkrumen, alles blau – aber leider nicht mehr zu genießen. Im Raum gegenüber ist der männliche Hausbewohner, unschwer zu erkennen. Seelenruhig sitzt er auf der blauen Toilette und liest Zeitung, neben ihm auf dem Waschbecken liegt eine ausgedrückte Zahnpastatube und Wattestäbchen. Man weiß gar nicht wohin mit den ganzen Eindrücken, zum Glück scheint ein fahler Glanz hellen Lichtes durch blaue Vorhänge an der Terrassentür – der Zugang zur Lounge. Draußen im Garten, auf einem blauen Gummihai herumkauend, kopfschüttelnd auf einem blauen Sofa sitzend mit Blick auf die Fassade des Blauen Hauses, denken sich viele: "Das ist ja verrückt." und "Hier kann man doch nicht wohnen!"
Pressestimmen
„Das ungewöhnlichste und schönste Projekt der diesjährigen Blauen Nacht.“ Bayerischer Rundfunk
„Hauptattraktion war in diesem Jahr das „Blaue Haus“ – die Besucher standen Schlange.“ FrankenFernsehen
„Der blaueste und wohl kurioseste Beitrag.“ Nürnberger Abendzeitung
„Das „Blaue Haus“ gehörte nicht zum offiziellen Programm, war aber eine der Hauptattraktionen.“ Nürnberger Zeitung











